| Erfahrungsbericht Lachseminar |
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Es waren die idealen Flugbedingungen. Ein trüber und regnerischer Samstag und eine relativ miese Stimmung boten eine hervorragende Startbahn für den Besuch eines sogenannten Lachseminars. Mit kurzer Verspätung tauchte ich ein in die Atmosphäre eines frisch gemischten Soziotops, in dem keiner den anderen kennt und jeder seine eigene Motivation hat, so ein Seminar zu besuchen. Es ist einfach unmöglich, detailliert zu beschreiben, was dann alles vor sich ging. Nach einigen Aufwärm- und Kennenlernübungen ging es zum eigentlichen Kern des Tages: das Lachen. Lachen mit Grund, Lachen ohne Grund. Ein Lachen, nach dem mir eigentlich überhaupt nicht zumute war.
Das absichtlich künstliche Lachen, zu dem uns die Seminarleiterin ermuntert hatte, glich anfänglich eher dem Anlassjodler des Sängers Fredi Fesl als einem herzhaften Lachen. Es glich eher dem sperrigen Geleier des Startvorganges eines betagten Steyr-Puch-Traktors, welcher seit geraumer Zeit nicht mehr seine alte Scheune verlassen hatte. Doch dann passierte es, obwohl ich nicht mehr genau nachvollziehen kann, wie es dazu kam: mitten in diesem Geleier sprang der Motor ganz kurz, kaum merkbar an. Da war es, das echte, das von innen kommende herzhafte Prusten. Aber da war es auch schon wieder weg. Unsere fachkundige "Anlasshilfe" machte jedoch einfach weiter: eine Atemübung, eine Lachübung. Noch eine Atemübung, noch eine Lachübung. Und immer mal wieder kam dieses urtümliche, schöne Grollen aus dem Inneren. Langsam merkte ich, wie sich mein ganzes System umdrehte, mein gesamter Stoffwechsel schien nun einem anderen Schwerpunkt zu folgen. Immer öfter wurde mein Lachen echt. Ich wehrte mich auch nicht, denn ich war froh, dass ich es wieder einmal so richtig spürte. Zwei Stunden später fand ich mich mit allen KursteilnehmerInnen im Kreis auf dem Boden liegend, vor Lachen nicht mehr aufhören könnend in einem unglaublichen Moment des Spürens, des Lebens, des Seins wieder. Einfach ein umwerfendes Erlebnis. Das Schöne daran war: es ging in diesem Seminar nicht um Inhalte, um Wissen, Hierarchien, geschäftigem "gescheiter sein" als andere, es ging um den Bauch und nichts anderes hatte hier und jetzt etwas verloren. Ich werde nie vergessen, mit welchen Gesichtern viele gekommen sind, und mit welchen Gesichtern wir alle gegangen sind. Manche waren einfach nur zufrieden, andere hatten strahlende Augen. |



